ARt Brut & Outsider art

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Besichtigung dieser und weiterer Kunstwerke auf Anfrage

Der Veteran

 

Wenn ich nachts die Augen schließe öffnet sich mir eine Welt,

wo Tag und Nacht ins Eine fließen, gleich unterm Himmelszelt.

 

Ach wie gern würd ich da weilen, immer ~ ewig, hier mit dir,

könnt' die Zeit ich rückwärts drehen: Sieh ein Bild so klar vor mir!

 

"Wirst du mir all das vergeben, was ich einst an Sünden tat?

Bist du hier um zu verzeihen, weil ich damals eisern war?

 

Willst du Nachsicht walten lassen, da mir weise Einsicht fehlte?

Möchtest du mir's wohl vergelten, weil ich's heute besser weiß?"

 

Ja so fand ich Heil im Dasein, sah die Schuld, empfinde Scham;

wahre Demut wächst durch Reue - im Spiegelbild ein Veteran.

 

Durch das Dunkel hell erleuchtet, ergründeten wir zwei Natur,

um zu finden Gott im Himmel, den Geist, die Seele im Tabu.


Chris Novi, der Art Brut & Outsider-Artist, der mehr als nur gefallen und unterhalten möchte. Geboren am 17.12.1976 in Klosterneuburg als Christoph Stefan Pengl, erwuchs der Autodidakt durch zahlreiche traumatische Lebensereignisse zur Kunstfigur Chris Novi, einem Exzentriker mit psychischer Behinderung. In seiner Vergangenheit musste Chris einen sehr steinigen Weg gehen, der ihn durch die tiefsten seelischen Abgründe führte. Die Kunst diente ihm dabei als Anker, um sein erlebtes Martyrium ertragen zu können. Auf Leiden und Dunkelheit folgte das Licht. Am Ende stand die Freiheit!

 

Im Œuvre des psychisch behinderten Künstlers sind Traumata die vorherrschenden Themen. Seine Erlösung aus der Sucht vergleicht er mit einer Art Auferstehung. Beim überwiegenden Teil seiner Arbeiten handelt es sich um eine Mischform von Bild, Ton, Video, Komposition und Text, die er als „audiovisuelle Sinnbilder“ betitelt, und mit denen er eine völlig neue Stilrichtung definiert. Die Kunstwerke werden dadurch zum multimedialen Instrument, um die künstlerische Schöpfungskraft des empathischen Künstlers zu verdeutlichen. Ausgangspunkt sind dabei Alltagsgegenstände, Erinnerungsstücke, massenhaft produzierte Billigartikel sowie Eigenkompositionen und Werke der Sprachkunst, die er im Zuge des künstlerischen Prozesses zu unikalen Assemblagen und Installationen zusammenfügt. Dabei bringt er in jedem Werk familienbiografische Elemente und Aspekte der Kategorien „Psyche“, „Behinderung“, „Freundschaft“, „Inklusion“, „Motiv“, „Werteempfinden“, „Erscheinung“, „Spiritualität“ und „Hochsensibilität“ ein: menschlich, antiakademisch, multidimensional und roh.

 

Chris Novi inszeniert sich mit seiner Kunst selbst, indem er sein Gegenüber auffordert, ihn gemeinsam mit dem Kunstwerk zu betrachten oder dieses einfach als „Denkmal“ bzw. dessen Einzelteile und Hintergründe für sich selbst stehen zu lassen. Mittels QR-Codes, die er in seine „audiovisuellen Sinnbilder“ einbettet, nimmt er über die Haptik der Smartphones spürbar Kontakt mit den Rezipienten auf. Der individuellen Wahrnehmung sind dabei keine Grenzen gesetzt.

 

In jedem seiner Kunstwerke eröffnet sich aber auch die sensibelste Seite des Outsiders – fernab jeder Künstlichkeit: Die Träume eines besonders empfindsamen Menschen, der durch die Existenz in einer sozial-emotional nachlässigen Gesellschaft an Körper, Geist und Seele erkrankt ist. Die Sehnsucht, echte emotionale Nähe zu anderen Menschen zuzulassen und gesunde Beziehungen erleben zu können, wird ebenso thematisiert, wie der sehnsüchtige Wunsch eines Menschen nach Zugehörigkeit, Gesundheit und Heil sein.

 

Die Ausstellung „Chris Novi: Life is Brut’l!“ zeigt ein einzigartig breites Spektrum von Arbeiten eines psychisch Behinderten und gesellschaftlich Stigmatisierten; das leidenschaftliche Schaffen eines Mediumisten ("von einem Geist geführten Künstler", Anm.), der es durch einen unbändigen Überlebenswillen geschafft hat, trotz der Wunden, die das Dasein schlug, den wesentlichen Kern des Menschseins zum Ausdruck zu bringen und für andere sichtbar zu machen. Von 1980 bis in die Gegenwart und seiner Zeit wohl weit voraus.


KIEBITZ / XP 2020, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier

Dieses Bild zeigt den Kiebitz, Namensgeber des Horusvolkes der Kiebitze, auch als "Die Jammernden" oder "Die Klagenden" bezeichnet.


"Semper Augustus"

THE ARRIVAL / XP / 21 x 29,7 cm / Audiovisuelle Assemblage

Eines von 7 Bildern, das zusammen mit dem Videoclip Teil eines wiederum nächstgrößeren Zyklus ist. Die Einzelteile ergeben zwar ein Ganzes, können aber dennoch nur im Betrachter selbst Vollendung finden.

"Wargames"

WARGAMES / XP 2020, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier

Dieses Bild zeigt den Diktator Adolf Hitler in einer Spirale der Gewalt. Auf den Kopf gestellt, erblickt man den Auslöser dafür: die Verletzungen seines inneren Kindes.

"für Lucy"

FÜR LUCY / XP 2016, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier

Dieses Werk, als Porträt seiner Tochter, entsteht während einer akuten Psychose im Zuge eines Klinik-Aufenthaltes in der Erwachsenen-Psychiatrie des KH Tulln, als erstes "Audiovisuelles Sinnbild" überhaupt.

"Rot-Blau-Gelb"

DER PASSENDE RAHMEN / XP 2019, Atelier Gugging / 47,5 x 35 cm / Collage aus Scherenschnitten, Pastellkreiden & Acryl auf Papier

Dieses Werk entstand als erstes in diesem Stil während der Arbeit im offenen Atelier des "Verein - Freunde des Hauses der Künstler in Gugging"

"Indigo Child"

INDIGO CHILD / XP 1980-2022 / 66 x 46 cm / Audiovisuelle Assemblage

Dieses Selbstportrait stellt nach Auffassung des Künstlers sein ursprüngliches, unverdorbenes und unberührtes Naturell dar: Sich selbst als Indigokind. Es beinhaltet das Titellied und die Rechte an seiner bislang unveröffentlichten Kinderbuchreihe "Monty & Fiona".

"Die Fliege"

DIE FLIEGE / XP 2014, Atelier SAG7 / 46 x 34,5 cm / Collage, Acryl & Faserstift auf Papier

Diese Collage entsteht während einer Gruppentherapie-Sitzung im Reha-Zentrum Gars am Kamp.



"SLOT nigredo albedo citrinitas rubedo MACHINE"

SLOT nigredo albedo citrinitas rubedo MACHINE / XP 2019, Atelier Gugging / 71 x 33,5 cm / Kopie & Scan eines Originals als Digitaldruck auf Fotopapier, 3-facher Farbfilter in Passepartout

Dieses Werk steht nach Auffassung des Künstlers, neben seinem Akustikroman "I am Highly Sensitive", sinnbildlich für das Opus Magnum seiner eigenen irdischen Existenz:

 

"Vom Schwarz durchs Weiß ins Gelb zum Rot - bezaubernd wirkt des Künstlers Tod!"