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Chris Novi bezeichnet sein Werk als „Transmediale Confessional Concept Art“. Es ist eine Kunstform, die autobiografische Offenbarung mit konzeptueller Multimedialität verbindet: Zeichnung, Text, Musik, Video, Performance und interaktive Installationen werden zu „audiovisuellen Sinnbildern“, die Trauma, Heilung, Spiritualität und Inklusion als künstlerische Prinzipien verhandeln.
Seine Kunst ist zugleich Selbstzeugnis und Ritual – und öffnet Räume, in denen Verletzlichkeit zur Kraft und Kreativität zum Widerstand wird. In diesem Sinne ist sein Schaffen nicht nur Ausdruck, sondern auch Intervention und Selbsthilfe – als künstlerische Praxis und als soziale Organisation.

Der Veteran
Wenn ich nachts die Augen schließe öffnet sich mir eine Welt,
wo Tag und Nacht ins Eine fließen, gleich unterm Himmelszelt.
Ach! Wie gern würd' ich da weilen, immer ~ ewig, hier mit dir!
Könnt' die Zeit ich rückwärts drehen, seh' ein Bild so klar vor mir:
"Willst du mir all das vergeben, was ich einst an Sünden tat?
Bist du hier um zu verzeihen, weil ich damals eisern war?
Willst du Nachsicht walten lassen, da mir weise Einsicht fehlte?
Willst du es mir wohl vergelten, weil ich's heute besser weiß?"
Ja, so fand ich Heil im Dasein, sah die Schuld, empfinde Scham;
wahre Demut wächst durch Reue - im Spiegelbild ein Veteran.
Durch das Dunkel hell erleuchtet ergründeten wir zwei Natur,
um zu finden Gott im Himmel, den Geist, die Seele im Tabu.
"Ich schreibe mit Herz und Wahrheit. Mein Ziel ist es, Empfindsamkeit nicht als Schwäche, sondern als Gabe sichtbar zu machen, Heilung und Hoffnung in die Tiefe des menschlichen Seins zu bringen – dorthin, wo Worte fehlen und das Unsichtbare spürbar wird.
Durch die Verbindung von Glaube, Kunst und persönlicher Erfahrung möchte ich Brücken bauen zwischen psychischer Gesundheit und spirituellem Leben – zwischen Schmerz und Sinn, zwischen innerem Chaos und göttlicher Ordnung.
Mein Schaffen spiegelt den Weg eines Menschen, der sehr vieles versucht hat, um seinen Platz in der Welt zu finden – in der Kunst, in der Gesellschaft, im Zwischenmenschlichen. Doch tief in mir blieb die Frage: Warum passe ich nicht hinein?"
„Chris Novi: Life is Brut’l!“ ist eine umfassende Retrospektive des transmedialen Œuvres von Chris Novi, das sich zwischen autobiografischer Offenbarung, spiritueller Transformation und gesellschaftlicher Reflexion bewegt. Das Projekt versammelt Zeichnung, Text, Musik, Video, Klanginstallation, Performance und interaktive Objekte zu einem Gesamtkunstwerk, das nicht nur aus Einzelwerken besteht, sondern aus einer künstlerischen Lebenslogik.
Es zeigt Novi nicht als „Außenseiter“, sondern als künstlerische Position, die in den Diskurs um Trauma, Resilienz, Inklusion und Spiritualität eingreift. Die Werke sind nicht nur autobiografische Zeugnisse, sondern konzeptuelle Räume, in denen Menschen eingeladen sind, eigene Erfahrungen zu reflektieren. Die Integration digitaler Elemente (QR-Codes, akustische Erweiterungen) ermöglicht eine interaktive Rezeption und spiegelt Chris Novis Ansatz wider, Kunst auch als Kommunikationsmedium zu verstehen.
Novi arbeitet konsequent als Autodidakt und nutzt seine eigene Biografie – Traumata, psychische Extremerfahrungen, Hochsensibilität und die Erfahrung von Krisen – nicht als «Material», sondern als Motor einer ästhetischen Form. Dabei entsteht eine Kunst, die gleichzeitig rohe Direktheit und konzeptuelle Strenge besitzt: Seine „audiovisuellen Sinnbilder“ sind mehr als Bilder; sie sind Narrationen, Symbole, Rituale und Kommunikationsräume. "Chris Novi" ist Kunst als geteilte Transformationspraxis.
Die Ausstellung ist als multimediales Erlebnis konzipiert: Installationen verbinden analoge und digitale Ebenen, QR-Codes führen in akustische, literarische und performative Sequenzen, während Bühnenfragmente und Klangräume die Betrachtenden in eine körperlich erfahrbare Realität ziehen. Das Gesamtkunstwerk thematisiert Verletzlichkeit als Widerstand, Heilung als Kunstform und Inklusion als politisches Prinzip.
„Life is Brut’l!“ ist dabei nicht als resignative Diagnose zu verstehen, sondern als radikale, kreative Selbstbehauptung – als Beispiel für eine zeitgenössische Kunst, die sich bewusst über klassische Kategorien hinwegsetzt, und ein Aufruf, das Menschsein in seiner ganzen Komplexität zu spüren.
Kuratierend wird das Projekt als Transmediale Confessional Concept Art gelesen: Novi verbindet die Offenheit der Bekenntniskunst mit der Systematik und Raumlogik zeitgenössischer Konzeptkunst. Seine Kunst ist nicht nur Zeugnis einer psychischen Ausnahmeerfahrung, sondern eine kulturelle Intervention, die die Grenzen zwischen Therapie, Ritual und Kunst aufhebt – und dabei eine direkte Verbindung zur Notwendigkeit eines systemischen Wandels herstellt und sichtbar macht.
Das Projekt verbindet Ausstellung, Performance und Diskursformate und zeigt somit die transmediale Natur des Werks. Zugleich knüpft es an Novis soziales Engagement an: Mit der Gründung der Selbsthilfeorganisation SAG7 ("HSP-Anonymous") wird Kunst als Heilungs- und Gemeinschaftsprozess sichtbar. „Life is Brut’l!“ soll deshalb nicht nur Kunst präsentieren, sondern auch das Beispiel einer Plattform für psychische Gesundheit, Inklusion und kreative Selbstermächtigung schaffen.
Die Ausstellung „Chris Novi: Life is Brut’l!“ zeigt ein einzigartig breites Spektrum von Arbeiten eines psychisch und gesellschaftlich Stigmatisierten; das leidenschaftliche Schaffen eines Mediumisten ("von einem Geist geführten Künstler", Anm.), der es durch einen unbändigen Überlebenswillen geschafft hat, trotz der Wunden, die das Dasein in ihm schlug, den wesentlichen Kern des Menschseins zum Ausdruck zu bringen und dadurch auch für andere sichtbar zu machen. Von 1980 bis in die Gegenwart.
Come in and find out...
"Ich betrachte Kunst nicht als Dekoration, sondern als existenzielle Notwendigkeit – als Ausdruck innerer Zustände, seelischer Prozesse und gesellschaftlicher Spannungen. Mein Werk entsteht aus biografischer Tiefe, aus psychischen Extremerfahrungen und einem Drang zur Transformation. Kunst ist für mich Sprache, Heilung und radikale Selbsterkenntnis zugleich.
Als Autodidakt mit einer neurodivergenten Wahrnehmung entwickelte ich eine künstlerische Sprache jenseits akademischer Konventionen. Meine Arbeiten verbinden Zeichnung, Text, Musik, Video, Klang und Fundobjekte zu multimedialen Sinnbildern, die Verletzlichkeit, Resilienz, Spiritualität und Inklusion thematisieren. Ich nenne sie „audiovisuelle Sinnbilder“, weil sie immer auch Spiegel meiner inneren Welt sind – flüchtig, fragmentarisch und dennoch voller Bedeutung.
Ob als Akustikroman, Bühnenperformance oder installatives Objekt – meine Kunst oszilliert zwischen persönlichem Bekenntnis und gesellschaftlicher Reflexion. Ich arbeite bewusst außerhalb normierter Kategorien wie Art Brut oder Outsider Art, auch wenn diese Zuschreibungen einen Teil meiner Geschichte berühren. Mein Ziel ist es, meine Kunst als eigenständige Position in den kulturellen Diskurs einzubringen – roh, spirituell und vielschichtig.
Ich glaube daran, dass wahre Kunst nicht an der Oberfläche verweilt. Sie dringt in Wunden vor, hinterfragt das Normale und öffnet Räume, in denen Menschsein in seiner ganzen Komplexität spürbar wird. Ich stelle keine Innenwelt aus, sondern öffne einen Raum, in dem Innenwelt gemeinsam verhandelt, durchlebt und transformiert wird. In einer Welt, die sich selbst vergisst, wird das dadurch zum Ausdruck gebrachte Empfinden zum Widerstand.
Mag sein, dass ich als selbstmythologisch, narzisstisch oder exzentrisch wahrgenommen werde — doch genau darin liegt mein künstlerischer Weg: Ich vertraue der Intuition mehr als der projizierten Bewunderung anderer. Idolisierung lenkt ab von dem, was wirklich gesucht, erkannt und transformiert werden will. Wer sein Licht ausschließlich im Spiegel anderer sucht, verkennt die Macht der eigenen Intelligenz: die Kraft, die Tiefe und die Nützlichkeit, die nur aus der radikalen Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren erwächst. Erst wer sein eigenes Licht entzündet und durch sich selbst hindurchgeht, kann dem Kollektiv wirklich dienen und sich nützlich erweisen.
Ich glaube nicht an Eliten – ich glaube an Erwach(s)en. Jeder Akt echter Kreativität ist ein Gebet an das Menschsein. Ich bin nicht hier, um zu gefallen. Ich bin hier, um zu erinnern. An das, was jeder von uns ist, wenn wir den Lärm abdrehen: verletzlich, sehnsüchtig, verbunden."
IHS Go(l)d Edition / Unikales Exemplar des Akustikromans „I am Highly Sensitive – Christus lebt!“ inkl. Audio-CD, Video- und Tonmaterial hinter QR-Codes / je Exemplar 1 bislang unveröffentlichtes Gedicht / verziert mit Blattgold-Imitat & handsigniert / Meet'n'Greet mit dem Künstler / limitierte Sonderauflage # 1 - 288 / Atelier Heiligeneich / je 777 €
Chris möchte jedem Menschen durch den Kauf eines Exemplars seiner streng limitierten „IHS GO(L)D EDITION“ Einblick in sein Privatleben gewähren. Im Preis inbegriffen ist ein Meet'n'Greet mit dem Künstler inklusive individueller Ausgestaltung, wie etwa ein Wohnzimmerkonzert oder ein ausgedehnter Spaziergang in der Natur. Zudem beinhaltet jedes Exemplar ein bislang unveröffentlichtes Gedicht inklusive personalisierter Widmung und Signatur.
KIEBITZ / XP 2020, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier
Dieses Bild zeigt den Kiebitz, Namensgeber des Horusvolkes der Kiebitze, auch als "Die Jammernden" oder "Die Klagenden" bezeichnet.
„Es geht nicht um die Zeit. Es geht um das Leben selbst.“
THE ARRIVAL / XP / 21 x 29,7 cm / Audiovisuelle Assemblage
Eines von 7 Bildern, das zusammen mit dem Videoclip Teil eines wiederum nächstgrößeren Zyklus ist. Die Einzelteile ergeben zwar ein Ganzes, können aber dennoch nur im Betrachter selbst Vollendung finden.
WARGAMES / XP 2020, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier
Dieses Bild zeigt den Diktator Adolf Hitler in einer Spirale der Gewalt. Auf den Kopf gestellt, erblickt man den Auslöser dafür: die Verletzungen seines inneren Kindes.
FÜR LUCY / XP 2016, Atelier SAG7 / 21 x 29,7 cm / Bleistift auf Papier
Dieses Werk, als Porträt seiner Tochter, entsteht während einer akuten Psychose im Zuge eines Klinik-Aufenthaltes in der Erwachsenen-Psychiatrie des KH Tulln, als erstes "Audiovisuelles Sinnbild" überhaupt.
DER PASSENDE RAHMEN / XP 2019, Atelier Gugging / 47,5 x 35 cm / Collage aus Scherenschnitten, Pastellkreiden & Acryl auf Papier
Dieses Werk entstand als erstes in diesem Stil während der Arbeit im offenen Atelier des "Verein - Freunde des Hauses der Künstler in Gugging"
INDIGO CHILD / XP 1980-2022 / 66 x 46 cm / Audiovisuelle Assemblage
Dieses Selbstportrait stellt nach Auffassung des Künstlers sein ursprüngliches, unverdorbenes und unberührtes Naturell dar: Sich selbst als Indigokind. Es beinhaltet das Titellied und die Rechte an seiner bislang unveröffentlichten Kinderbuchreihe "Monty & Fiona".
DIE FLIEGE / XP 2014, Atelier SAG7 / 46 x 34,5 cm / Collage, Acryl & Faserstift auf Papier
Diese Collage entsteht während einer Gruppentherapie-Sitzung im Reha-Zentrum Gars am Kamp.
SLOT nigredo albedo citrinitas rubedo MACHINE / XP 2019, Atelier Gugging / 71 x 33,5 cm / Kopie & Scan eines Originals als Digitaldruck auf Fotopapier, 3-facher Farbfilter in Passepartout
Dieses Werk steht nach Auffassung des Künstlers, neben seinem Akustikroman "I am Highly Sensitive", sinnbildlich für das Opus Magnum seiner eigenen irdischen Existenz:
"Vom Schwarz durchs Weiß ins Gelb zum Rot - bezaubernd wirkt des Künstlers Tod!"
Chris Novi & SAG7 Music
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